Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer
- 18.03.2026 -
Margot Friedländer überlebte als junge Jüdin die Verfolgung durch die Nationalsozialisten und verlor dabei ihre Familie. Heute erinnert sie unermüdlich an die Schrecken der Vergangenheit und mahnt zu Menschlichkeit und Verantwortung.
Margot Friedländer, geb. Bendheim kam in Berlin zur Welt am 5. 11.1921. "Versuche, dein Leben zu machen!" war die letzte Botschaft ihrer Mutter an Margot Friedländer. 1943 wurde ihr Bruder Ralf deportiert, ihre Mutter begleitete ihn in den sicheren Tod. Beide wurden im Konzentrationslager Auschwitz vergast. Die letzten Worte der Mutter haben Margot Friedländer Kraft gegeben. Mit 21 Jahren tauchte sie unter. Sie trug ein Kreuz, färbte sich die Haare. Doch schließlich wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Nach der Befreiung zog mit ihrem Mann Adolf Friedländer, der wie sie seine gesamte Familie verloren hatte, in die USA. Trotzdem blieb sie weiterhin mit der alten Heimat verbunden und nach dem Tod ihres Mannes näherte sie sich Deutschland an und lebte ab 2010 wieder in Berlin.
Sie erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft zurück. Unermüdlich besuchte sie Schulen und Einrichtungen in ganz Deutschland, um über ihr Leben zu berichten. Dabei trug sie gelegentlich die Bernsteinkette, die sie von ihrer Mutter erhalten hatte. Ihre Botschaft: sich an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern und ihre Zuhörerinnen und Zuhörer zu mahnen: „Seid Menschen!“ Margot Friedländer erhielt viele Auszeichnungen u.a. das Bundesverdienstkreuz. Zwei Tage nach ihrem letzten Auftritt am 7. Mai 2025 zum 80. Jahrestag des Kriegsendes in Deutschland starb sie im Alter von 103 Jahren in Berlin. Die Beisetzung erfolgte am 15. Mai 2025 auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee in einem Ehrengrab, das sie als Ehrenbürgerin Berlins erhielt.
