Herzlich Willkommen in der Petruskirche
Welche Geschichte hinter dem Namen der Kirche steckt
Vor rund 2000 Jahren sagte Jesus zu Petrus: „Ich sage Dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen......“ (Matthäusevangelium 16, 18).
Simon Petrus, ein Fischer aus Galiläa, war einer der 12 Jünger von Jesus- leidenschaftlich, rauhbeinig, oftmals großmäulig. Er war derjenige, der Jesus ewige Treue zusagte und dann doch versagte in der Nacht als Jesus verhaftet wurde. Bevor der Hahn zweimal krähte, hatte er dreimal abgestritten, Jesus zu kennen. Er hat ihn verleugnet und Jesus hat das vorausgesagt.
Danach erkannte Petrus: Menschen sind Menschen und keine Helden. Jesus braucht keine Helden. Nachdem er ihm nach der Auferstehung an Ostern wieder erschienen war, beauftragte Jesus seinen Freund: sei der Fels, auf dem ich meine Kirche baue! Und so wurde Petrus ein eifriger Apostel, mit allen Ecken und Kanten. Wahrscheinlich, aber ungewiss ist es, dass er in einer der ersten Christenverfolgungen ums Leben kam. Nach ihm ist diese Kirche benannt- und wahrlich auf Fels gebaut! Sie können es hinter dem Anbau sehen, welche Brocken da lagern!
Die ersten evangelischen Christen
1933 gab es hier 42 evangelische Schluchseer – und keine evangelische Kirche in Schluchsee. Die ersten Gemeindemitglieder kamen meist im Zuge der Seeaufstauung, des Baus von Bahnlinie und Kraftwerk. Die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Arbeit, die Liebe und /oder die Schönheit von Natur und Ort ließen später die Gemeinde wachsen.
Gottesdienste wurden in einem Klassenzimmer der ehemaligen Grundschule gefeiert, später dann - dank der katholischen Gemeinde – in der Nikolauskirche.
1958 zählte man um die 200 evangelische Christen in Schluchsee – und es gab immer noch keine Evangelische Kirche.
Der Entschluss zur eigenen Kirche
Pfarrer Groth aus St. Blasien war oft zu Gottesdiensten in Schluchsee. Er hielt u.a. in den Flüchtlingslagern St. Blasien und Schluchsee Gottesdienste. Mehrere Jahre lang wurden Sammlungen durchgeführt und auch später in der fertigen Kirche „Bausteine“ angeboten und verkauft. Schließlich entschloss man sich, hier oben auf der Wacht 12, eine Kirche zu bauen. Seit 1963 steht sie hier. Aktiv waren hier besonders Pfarrer Bull und der Ältestenkreis von St. Blasien.
Besonderheiten im Inneren der Kirche
In der Kirche fallen Steine auf: der damalige Pfarrer von St. Blasien, Pfarrer Bull, schenkte sie der Kirche aus seiner Steinsammlung.
Am Ambo: Jesus wird durch den Bergkristall symbolisiert (der auf wunderbare Weise das Licht einfängt und strahlt) und seine 12 Jünger werden durch Halbedelsteine (Jaspis) dargestellt. Die Szene am Ambo erinnert an verschiedene Erzählungen der Bibel, als die Jünger zusammen mit Jesus auf dem See Genezareth unterwegs waren.
Das Schiff ist ein uraltes Bild für die Kirche.
Gedacht wurde bei der Gestaltung des Ambos durch den Metallbildhauer Hilpert aus Freiburg an die Szene, als Jesus mit seinen Jüngern in einen Sturm geriet.
Im Kreuz der Altarwand sind die Bergkristalle noch einmal ein Hinweis auf Christus.
Die Schluchseer Petruskirche hat zwei Glocken. Beide sind aus Bronze und wurden 1965 gegossen.
Glocke Nr I ist 154 Kilogramm schwer. Inschrift: Gott ist mein Fels (Psalm 18)
Glocke Nr II ist 75 Kilogramm schwer und trägt die Inschrift „Seid nüchtern und wachet“ (1. Petrus 5,8)
Das Taufbecken wurde gänzlich aus Spenden finanziert und Ostern 1984 im Altarraum aufgestellt. Gemacht wurde es von Herrn Knöpfel, Kunstschmiedemeister aus Küssaberg/Hochrhein.
Neuer Aufbruch
Im Jahr 2019 erfüllte sich ein großer Traum der Gemeinde: u.a. durch den Verkauf des Pfarrhauses konnte eine Wasser- und Abwasserleitung finanziert werden. Der Anbau bietet eine behindertengerechte Toilette, eine Küche und ein kleines Sitzungszimmer.
Am 15. Oktober 2019 wurden die neu renovierte Petruskirche und der Anbau durch Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh in einem bewegenden Festgottesdienst eingeweiht.
Die Dreiecksform der Kirche wurde seinerzeit gewählt, um an die vielen Schwarzwaldhäuser mit ihrem heruntergezogenen Dach zu erinnern. Zugleich lässt uns diese Kirchenform auch an Nomadenzelte denken- die Behausungen der Erzväter und Erzmütter, von denen wir im Alten Testament lesen. Und die uns mahnen: „wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir…“. Christen sind immer unterwegs, auf Wanderschaft, bereit zu einem neuen Aufbruch. Wie Nomaden.
Sind wir Christen immer bereit zu einem neuen Aufbruch? Es fällt uns oftmals schwer. Inzwischen stehen wir wieder vor großen Herausforderungen- Stellenkürzungen, Gebäudereduzierungen uvm. Doch zusammen mit den umliegenden evangelischen Gemeinden stellen wir uns dieser Herausforderung.Im Vertrauen auf Gott, der mit uns geht!
April 2026 Gabriele Heuß, Pfarrerin

